Was die Laurisilva ist, warum sie wichtig ist und wo man in ihr wandern kann: ein Leitfaden zu Madeiras uraltem UNESCO-geschützten Lorbeerwald.
Die Laurisilva ist das älteste Lebewesen auf Madeira und der Grund, warum große Teile der Insel so aussehen, wie sie aussehen. Sie ist ein Relikt: eine Überlebende eines Waldtyps, der sich vor Millionen von Jahren über Südeuropa und Nordafrika erstreckte und dann fast überall verschwand, als sich das Klima abkühlte. Madeiras milde, feuchte Berge ermöglichten ihr das Überleben, und die Insel trägt heute das größte zusammenhängende Gebiet dieses Waldes auf der ganzen Erde.
Dieser Leitfaden erklärt, was die Laurisilva eigentlich ist, warum sie Welterbe-Status erhielt und wo man in ihr wandern kann.
Was die Laurisilva ist
Laurisilva bedeutet „Lorbeerwald”, und der Name ist wörtlich gemeint. Es handelt sich um einen dichten, immergrünen, subtropischen Wald, der um Lorbeerbäume herum aufgebaut ist — Bäume, die in beständig milder Feuchtigkeit gedeihen und nicht in Hitze oder Kälte.
Auf Madeira bedeckt sie etwa 15.000 Hektar, meist über die steilen, wolkenfangenden Nordhänge und das zentrale Hochland verteilt, grob zwischen 300 und 1.300 Metern. Das Blätterdach ist ein Gewirr aus Lorbeer, Til, Vinhático und Barbusano, ihre Stämme und Äste überzogen mit Moos, Flechten und Farnen. Das Licht ist grün und gefiltert, die Luft ist feucht, der Boden weich. Es ist ein Wald, der sich wirklich uralt anfühlt, weil er in einem echten Sinne uralt ist.
Warum sie wichtig ist
Zwei Dinge machen die Laurisilva mehr als nur einen hübschen Wald, und gemeinsam brachten sie ihr 1999 den UNESCO-Welterbe-Status ein.
Sie ist unersetzlich. Dies ist der weltweit größte Relikt-Lorbeerwald, ein lebendiges Überbleibsel eines Ökosystems, das die Eiszeiten vom europäischen Festland ausgelöscht haben. Er kann nicht nachgebildet werden; er kann nur verloren gehen oder bewahrt werden.
Sie ist voller Leben, das es nirgendwo sonst gibt. Der Wald ist die Heimat der Lorbeertaube, einer großen, auf Madeira endemischen Taube, neben dem winzigen Madeira-Goldhähnchen und einer langen Liste endemischer Pflanzen, Moose, Farne und wirbelloser Tiere, die sich nur an diesem einen Ort entwickelt haben.
Sie leistet auch praktische Arbeit. Das Blätterdach kämmt Feuchtigkeit direkt aus den Wolken, die vom Atlantik hereinziehen — ein langsames Tropfen, das die Quellen und die Levadas speist, die Bewässerungskanäle, die Wasser über die ganze Insel transportieren. Die Laurisilva ist, faktisch, Teil von Madeiras Wasserversorgung.
Wo man in ihr wandern kann
Der einfachste Weg, die Laurisilva zu erleben, ist zu Fuß, und viele der besten Levada-Wanderungen Madeiras führen direkt durch sie hindurch auf ebenen, schattigen Wegen.
- Ribeiro Frio im zentralen Hochland ist die sanfteste Einführung. Ein kurzer, nahezu ebener Weg führt zum Aussichtspunkt Balcões, und längere Levada-Wege durchziehen den Wald vom selben Ausgangspunkt.
- Die Caldeirão Verde-Wanderung von Queimadas oberhalb von Santana ist eine längere Route tief in die nördliche Laurisilva, die an einem Wasserfall endet. Siehe den Levada do Caldeirão Verde-Leitfaden.
- Der 25 Fontes-Trail im Westen führt ebenfalls durch Lorbeerwald auf dem Weg zu den Quellen; siehe die 25 Fontes Levada-Wanderung.
- Fanal auf dem Plateau Paul da Serra im Westen ist die stimmungsvollste Ecke von allen: ein Bestand uralter, knorriger Til-Bäume in offener Weide, oft in treibenden Nebel gehüllt.
Hier zu wandern ist ruhig und kühl, mit Vogelgesang, tropfenden Farnen und dem Gefühl, sich durch eine Landschaft zu bewegen, die sich über sehr lange Zeit kaum verändert hat.
Häufig gestellte Fragen
Lohnt sich ein Besuch der Laurisilva?
Ja, und Sie werden wahrscheinlich ohnehin durch sie hindurchwandern, ob Sie es planen oder nicht, weil so viele der Levada-Wanderungen Madeiras sie durchqueren. Sie ist das prägende Naturmerkmal der Insel und eine echte Rarität: der größte überlebende Wald seiner Art überhaupt. Selbst eine kurze Wanderung durch sie ist lohnenswert.
Wo kann man den Lorbeerwald am besten sehen?
Für einen einfachen ersten Eindruck Ribeiro Frio im zentralen Gebirge, mit seinem kurzen Weg zum Aussichtspunkt Balcões. Für ein längeres Eintauchen die Caldeirão Verde-Wanderung an der Nordküste. Für das eindrucksvollste Einzelbild die nebelverhangenen uralten Bäume von Fanal auf dem westlichen Plateau.
Wie unterscheidet sich die Laurisilva von einem gewöhnlichen Wald?
Sie ist ein Relikt: eine lebende Überlebende eines subtropischen Waldes, der vor Millionen von Jahren einen Großteil der Region bedeckte und dann fast überall verschwand. Sie ist immergrün, ständig feucht und ungewöhnlich reich an Arten, die nur auf Madeira vorkommen. Vor allem ist sie als Ökosystem wirklich alt, kein wieder aufgeforsteter Wald.
Kann ich die Laurisilva ohne lange Wanderung sehen?
Problemlos. Ribeiro Frio ist mit dem Auto erreichbar, und der Weg zum Aussichtspunkt Balcões ist kurz und nahezu eben, etwa eine halbe Stunde Hin- und Rückweg. Fanal ist ebenfalls mit dem Auto zu erreichen. Sie müssen sich nicht auf eine lange Levada-Wanderung einlassen, um im Wald zu stehen.